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Die « human (dis-)parity » der maschinellen Übersetzung: Wie intelligent ist künstliche Intelligenz wirklich?

Heute morgen hat Heise.de-Gastautor Marcel Tilly mit seinem Einstieg in den interessanten Artikel « Künstliche Intelligenz – Zwischen Hype und Realität » hier ein Augenrollen verursacht:

  • 2018 wird im Bereich Übersetzung Human-parity erreicht. Das System kann einen Text von einer Sprache in eine andere so gut wie ein Dolmetscher übersetzen.

Google Translate weiß: "Economics (also known as economics [...]) is a branch of economics."

Ein Jahr nach dem Twitter-Mem ist vermutlich aufgrund von User-Feedback (der Link unten rechts) die Übersetzung ein wenig besser geworden.

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Rückblick: 2 Jahre Ehrenamt im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ)

Liebe Leser/-innen,

auch wenn ich nicht so oft blogge, wie ich gerne würde, war ich alles andere als untätig. Jetzt nähere ich mich einer Zäsur, die ein kurzes Innehalten verdient:

Meine ersten beiden Jahre als « Vorstandsmitglied für die Ressorts Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederzeitschrift Hessen-Info und Website » im « Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) Landesverband Hessen e.V.« , kurz « BDÜ Hessen » oder « BDÜ LV HE » gehen zu Ende – allerdings stehe ich am 24. März erneut zur Wahl und bin zuversichtlich, das Ehrenamt auch die nächsten zwei Jahre ausfüllen zu können.

Treffen der BDÜ-Öffentlichkeitsarbeiter Bundesverband + 13 Mitgliedsverbände, ©Réka Maret

Jährliches Treffen der « ÖffAs » am 2. März 2018 in Fulda: Öffentlichkeitsarbeiter aller 13 BDÜ-Mitgliedsverbände erarbeiten mit dem Bundesverband gemeinsame Kommunikationsstrategien. Mittig in Grün: Christopher Köbel.

Ich würde gerne sagen können, dass es daran liegt, dass ich meine Aufgaben mit Herz und Hirn wahrgenommen habe und dass die Jahresmitgliederversammlung das am Samstag bestätigt. Eine traurige Tatsache ist jedoch, dass ich voraussichtlich – wie unser wiederzuwählender 1. Vorsitzender – außer Konkurrenz laufe, weil es im BDÜ Hessen nicht viel anders läuft als in allen anderen Vereinen, die ich von innen kenne: Einige wenige leisten immer den Großteil der Arbeit, dabei wäre es für alle einfacher, wenn die Arbeit auf mehr Schultern verteilt würde.

Zumindest würde ich das denken, wenn ich im letzten Jahr nicht den Großteil der Arbeiten für das 70. Verbandsjubiläum auf die Schultern der eigens gegründeten, fünfköpfigen « Jubi-AG » hätte auslagern können. Oder wenn unsere Verbandszeitschrift « Hessen-Info » nicht seit Jahren von einem dreiköpfigen Redaktionsteam hervorragend betreut würde, sodass ich im Wesentlichen nur mit der Kontrolle und Freigabe der Inhalte betraut bin. Oder wenn ich mich in Bezug auf die Verbands-Website nur um redaktionelle Inhalte kümmern muss, weil unsere Geschäftsstellenleiterin zuverlässig alle Termine einpflegt, die bei ihr zusammenlaufen. Man ist also zum Glück nie alleine.

Das heißt nicht, dass mein Ehrenamt nicht mindestens 2 Stunden pro Woche bindet. Ich muss über alle Verbandsentscheidungen und die Aufnahme von Neumitgliedern mit abstimmen und daher körbeweise E-Mails und Diskussionsgrundlagen lesen. Alle sechs Wochen geht ein ganzer Tag für Vorstandssitzungen drauf, in der Verbandspolitik, Veranstaltungen, die Unterstützung unserer Regionalgruppen und Übersetzerstammtische, Medienreaktionen, die Koordination mit den Schwester-Landesverbänden und dem Bundesverband sowie viele weitere – mal spannende und mal dröge – Themen « abgehakt » werden.  Neues Corporate Design: BDÜ Mitgliedslogos vor und nach 2017

Die letzten zwei Jahre waren für mich aber besonders geprägt von einer grundlegenden Neugestaltung des Corporate Designs des BDÜ, die nicht nur eine große Abstimmungsarbeit nach sich zog, sondern auch viele Diskussionen um Regularien und Change Management, also « interne Widerstände überwinden und Bedenkenträger überzeugen » , wie das im Corpspeak so schön heißt. In Hessen waren zum Beispiel viele traurig über den Abschied vom hessischen « Leo », der jetzt nur noch in der internen Mitgliederzeitschrift erscheint. Nicht wenige Diskussionen führen musste ich auch rund um das Zentralisierungs-Thema « Aufgaben ‘nach oben’ an den Bundesverband weiterschieben, aber dabei bloß keine Entscheidungsgewalt abgeben ».

Im Rückblick muss ich daher sagen: Es war eine nicht unerhebliche, dafür aber unbezahlte* Zusatzbelastung zur Arbeit als freier Übersetzer. Sie war spannend, hat mir viele neue Einblicke gegeben, mich mit sehr interessanten Menschen zusammengebracht, mich aus meiner übersetzertypischen « Einsiedlerhöhle » zu Konferenzen nach Hamburg und Fulda gebracht und mich daran erinnert, wie gerne ich doch im Team arbeite, sowohl als Hirte als auch als Schaf (oder Hütehund?).

Daher mein Appell an die Young Professionals unter euch: Ich war 5 Jahre im Beruf, bevor ich mich zur Wahl stellte. Wenn ich geahnt hätte, dass Verbandsarbeit auch wertvolle Kontakte und ungeahnte Einblicke in Best Practices und den Übersetzermarkt sowie politische Rahmenbedingungen für das Freiberuflerdasein mitbringt, hätte ich mich wohl eher getraut. Das Klima im BDÜ Hessen ist gerade sehr gut dafür, auch als Einsteiger Verantwortung zu übernehmen: Die « alte Riege » wird zunehmend dünner, aber es sind noch genug von ihnen da, um wertvolles Wissen weiterzugeben, bevor man es sich in einigen Jahren neu erarbeiten müsste. Bringt euch jetzt ein!

Insbesondere suchen wir derzeit einen Nachfolger für unseren Referenten für Gerichtsdolmetscher, der vom derzeitigen Amtsinhaber sowohl einen Wissensschatz über den Umgang mit Juristen, als auch Kontakte zu den Entscheidungsträgern in Frankfurter Gerichten und Justizbehörden erben könnte. Idealerweise findet sich natürlich ein Nachfolger, der auch tatsächlich regelmäßig für die Justiz arbeitet oder arbeiten möchte und die Beziehungen unseres manchmal vernachlässigten – aber dank Migration immer unverzichtbareren – Berufsstandes zur Justiz verbessern möchte.

Meine Wenigkeit möchte – nachdem Corporate Design-Umstellung und Jubiläumsjahr vorbei sind – gerne eine Social Media-Redaktion aufbauen, die Verbandsnews, Seminartermine und wertvolle Informationen rund um Beruf und Verband einem breiteren Publikum bekannt macht, als dies über unsere vorwiegend internen Kanäle Newsletter und Hessen-Info möglich ist.

Interessiert?

Übrigens: In der Regel duzen wir uns unter Funktionsträgern, da wir alle freiwillig dabei sind und uns für gemeinsame Ziele engagieren. Niemand ist « zu unerfahren », denn fast jeder von uns steigt als Neuling in die Verbandsarbeit ein, egal wie viele Jahre und Dienstjahre als Sprachmittler er oder sie auf dem Buckel hat.

In diesem Sinne: Hoffentlich auf weitere zwei Jahre im Dienste der Gemeinschaft der Sprachmittler und hoffentlich auch zusammen mit euch! Wir sehen uns am Samstag auf der JMV!

Euer
Christopher

Ein Blick in die DIN EN ISO 17100 Übersetzungsleistungen

Im Mai 2016 wurde die neue DIN EN ISO 17100:2016 mit dem Titel Übersetzungsleistungen veröffentlicht, die ihren gleichnamigen Vorgänger DIN EN 15038:2006 und die alte DIN 2345 Übersetzungsaufträge beerbt. Im Juni 2016 hat die BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer e.V. einen vergünstigten Sonderdruck für ihre Mitglieder herausgebracht, den sich Christopher Köbel von DeFrEnT in Folge einmal aus seiner Praxis-Perspektive ansieht.

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Industrie 4.0, smart manufacturing / industrial IoT & usine intelligente in der Übersetzung

Wenn es um hochaktuelle und topmoderne Themen geht, hat es der Übersetzer oft nicht leicht: Begrifflichkeiten werden von Interessengruppen neu geprägt oder verändern sich mehrmals, verschiedene Technologien kämpfen darum, de facto oder de jure Standard zu werden und Marketingabteilungen erfinden für alles, was F&E auf den Tisch legen, gleich drei fancy klingende Begriffe. Quo vadis, Industrie 4.0?

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Wir sind da echt committed. – Ihr seid was?

Table Of Content

Mir kamen kürzlich bei der Übersetzung eines Marketing-Textes von amerikanischem Englisch nach Deutsch das Adjektiv « committed » und sein nominales Gegenstück « commitment » unter. Und weil es sich um einen Text im Bereich IT-Marketing handelte, wollte sich der Kunde auch in der deutschen Fassung zu seiner Leistung « committen » – geht ja auch gar nicht anders im Deutschen, oder? Und überhaupt: Selbst der Duden kennt das Commitment inzwischen. Ein Einblick in die übersetzerische Praxis: Unschlüssig sein – Nachfragen – Abwägen – Entscheiden.

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it-sa 2014 IT-Security Vorträge als Videos / Nachschau

Aufgrund anderer Verpflichtungen war ich dieses Jahr leider nur am Mittwoch auf der it-sa 2014, dennoch habe ich viele interessante Gespräche geführt. Dies bedingte leider auch, dass ich die auf mehreren Panels gehaltenen Vorträge nicht bzw. nur ausschnittsweise verfolgen konnte … Die Folien, die ich gesehen habe, haben mich aber unangenehm an die 90er Jahre erinnert. Irgendwie war ich der Meinung, dass die IT-Security-Branche auf der Höhe der Zeit sein sollte, auch in der Präsentationstechnik (die meisten Anwesenden waren schließlich Vertriebler). Daher hier ein wichtiger Hinweis an die Vortragenden: Wenn man unter Zeitdruck komplexe Zahlen vermitteln will, geht dies mit dröger Stimme und projizierten Tabellen weniger gut als mit anschaulichen Datengrafiken und einer Stimme, die die Bedeutung des Gesehenen unterstreicht.

Jedenfalls waren die Macher von techcast.com so nett, die Vorträge als Webcasts ins Netz zu stellen, sodass man sich alle in Ruhe ansehen kann. Bonus: Mit dem Pause-Knopf kann man auch Tabellen lange genug betrachten, bis sich im Kopf eine informative Grafik daraus gebildet hat. 😉

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What’s in SDL Trados Project/Return Packages (sdlppx/sdlrpx)?

A few weeks ago, I was asked by a potential client if I had the « Professional » flavour of SDL Trados Studio. I declined, mentioning that I was going to update from Studio Freelance 2011 to Studio Freelance 2014 until the end of September (done!). SDL currently has one of its rebate « spasms », so I decided that ~200 euros were okay to invest after having used Studio 2011 since, wait for it, … 2011! As far as I can tell, the « Professional » variant only adds the ability to run on several machines in one network domain, to share TMs over said network, and – big deal – to create SDL Trados Project Packages (sdlppx). But is that worth a twentyfold increase in my upgrade investment?

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Vortrag bei der BDÜ-Existenzgründergruppe Frankfurt: Bloggen

Am 20. August habe ich vor der Existenzgründergruppe Frankfurt des BDÜ LV Hessen e.V. über das Bloggen gesprochen: Wieso bloggen Übersetzer? Wieso sollten sie es tun? Was sind die technischen Voraussetzungen? Was sind mögliche Themen? Ganz grob und für Einsteiger ins Thema.

Die Präsentation ist hier zum Download verfügbar: 20140820_DeFrEnT_BDÜ_Unternehmerisch-Bloggen.pptx – vielleicht nutzt sie ja auch ohne Vortragsnotizen dem ein oder anderen Freiberufler. Wenn Sie jemand verwenden will, kann er das unter Beachtung der CC BY-NC-SA 3.0 (DE) Lizenz tun und mich bitte wie folgt nennen: « Christopher Köbel (info @ DeFrEnT . de) ». Danke.