Wir sind da echt committed. – Ihr seid was?

Table Of Content

Mir kamen kürzlich bei der Übersetzung eines Marketing-Textes von amerikanischem Englisch nach Deutsch das Adjektiv „committed“ und sein nominales Gegenstück „commitment“ unter. Und weil es sich um einen Text im Bereich IT-Marketing handelte, wollte sich der Kunde auch in der deutschen Fassung zu seiner Leistung „committen“ – geht ja auch gar nicht anders im Deutschen, oder? Und überhaupt: Selbst der Duden kennt das Commitment inzwischen. Ein Einblick in die übersetzerische Praxis: Unschlüssig sein – Nachfragen – Abwägen – Entscheiden.

Weiterlesen

Inklusive, gegenderte oder auch geschlechtergerechte Sprache

Aktuell gibt es wieder einen Aufschrei (#aufschrei ?) unter KollegInnen, weil in Österreich ein Offener Brief an Bildungs- und Frauenministerin Heinisch-Hosek und Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Mitterlehner veröffentlicht wurde, der die „Rückkehr zur sprachlichen Normalität“ fordert und ~800 Unterzeichner aus Wissenschaft, Lehre, Justiz und den freien Künsten gefunden hat. Tatsächlich ist inklusive, oder auch gegenderte bzw. geschlechtergerechte Sprache ein relativ junges (erst seit den 1970ern!) normatives Sprachprojekt mit oft ideologisch statt sachlich geführter Argumentation, so wie bei anderen (Anti-)Diskriminierungs-Debatten auch. Fest steht: Die EU hat ihre Mitgliedstaaten auf Antidiskriminierungskurs gebracht, in Deutschland ist dies das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, in Österreich  das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz, und auch in vielen Unternehmen wird inzwischen nicht nur bei Ausschreibungen auf gendergerechte Sprache geachtet. Mehr dazu auch in der Wikipedia.

Weiterlesen

Ein Komma für die Verständlichkeit

Wenn Kunden die Zielsprache einigermaßen gut sprechen (oder Angestellte, Freunde oder Familienmitglieder haben, die das können), ist es an und für sich intelligent, auf diese Ressourcen zurückzugreifen, um dem Übersetzer auf die Finger zu sehen. Hält er sein Versprechen von der Qualität? In letzter Zeit ist es mir aber mehrfach untergekommen, dass Kunden die gelieferte Übersetzung „verbessert“ haben, und zwar um „Kommas, für die bessere Verständlichkeit“. Genau das kann aber im Englischen oder im Französischen eine blöde Idee sein. Warum ich diese Kommas wieder herausstreichen musste, lesen Sie hier.

Weiterlesen