DSGVO • RGPD • GDPR : DeFrEnTs deutsch-französisch-englische Terminologie des EU-Datenschutzes

Im Verlauf der letzten zwei Monate habe ich eine ganze Reihe von Datenschutzerklärungen übersetzt und der Fluss solcher Aufträge reißt auch gut einen Monat nach dem Stichtag zum 25. Mai 2018 noch nicht ab. Daher habe ich in einem ersten Schritt den gemeinfreien EU-Gesetzestext in den Fassungen der deutschen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), des französischen Règlement général sur la protection des données (RGPD) und der englischen General Data Protection Regulation (GDPR) mit dem Open Source-Tool LFAligner aligniert und stelle sie Kollegen hier im Translation Memory eXchange-Format (.tmx) zur Verfügung. In einem zweiten Schritt habe ich mit den freien Konkordanz- und Terminologieextraktions-Tools AntConc und TermSuite aus den Korpora die verwendete Terminologie im TermBase eXchange-Format (.tbx) und MultiTerm-Datenbank (.sdltb) extrahiert.

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Rückblick: 2 Jahre Ehrenamt im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ)

Liebe Leser/-innen,

auch wenn ich nicht so oft blogge, wie ich gerne würde, war ich alles andere als untätig. Jetzt nähere ich mich einer Zäsur, die ein kurzes Innehalten verdient:

Meine ersten beiden Jahre als „Vorstandsmitglied für die Ressorts Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederzeitschrift Hessen-Info und Website“ im „Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) Landesverband Hessen e.V.„, kurz „BDÜ Hessen“ oder „BDÜ LV HE“ gehen zu Ende – allerdings stehe ich am 24. März erneut zur Wahl und bin zuversichtlich, das Ehrenamt auch die nächsten zwei Jahre ausfüllen zu können.

Treffen der BDÜ-Öffentlichkeitsarbeiter Bundesverband + 13 Mitgliedsverbände, ©Réka Maret

Jährliches Treffen der „ÖffAs“ am 2. März 2018 in Fulda: Öffentlichkeitsarbeiter aller 13 BDÜ-Mitgliedsverbände erarbeiten mit dem Bundesverband gemeinsame Kommunikationsstrategien. Mittig in Grün: Christopher Köbel.

Ich würde gerne sagen können, dass es daran liegt, dass ich meine Aufgaben mit Herz und Hirn wahrgenommen habe und dass die Jahresmitgliederversammlung das am Samstag bestätigt. Eine traurige Tatsache ist jedoch, dass ich voraussichtlich – wie unser wiederzuwählender 1. Vorsitzender – außer Konkurrenz laufe, weil es im BDÜ Hessen nicht viel anders läuft als in allen anderen Vereinen, die ich von innen kenne: Einige wenige leisten immer den Großteil der Arbeit, dabei wäre es für alle einfacher, wenn die Arbeit auf mehr Schultern verteilt würde.

Zumindest würde ich das denken, wenn ich im letzten Jahr nicht den Großteil der Arbeiten für das 70. Verbandsjubiläum auf die Schultern der eigens gegründeten, fünfköpfigen „Jubi-AG“ hätte auslagern können. Oder wenn unsere Verbandszeitschrift „Hessen-Info“ nicht seit Jahren von einem dreiköpfigen Redaktionsteam hervorragend betreut würde, sodass ich im Wesentlichen nur mit der Kontrolle und Freigabe der Inhalte betraut bin. Oder wenn ich mich in Bezug auf die Verbands-Website nur um redaktionelle Inhalte kümmern muss, weil unsere Geschäftsstellenleiterin zuverlässig alle Termine einpflegt, die bei ihr zusammenlaufen. Man ist also zum Glück nie alleine.

Das heißt nicht, dass mein Ehrenamt nicht mindestens 2 Stunden pro Woche bindet. Ich muss über alle Verbandsentscheidungen und die Aufnahme von Neumitgliedern mit abstimmen und daher körbeweise E-Mails und Diskussionsgrundlagen lesen. Alle sechs Wochen geht ein ganzer Tag für Vorstandssitzungen drauf, in der Verbandspolitik, Veranstaltungen, die Unterstützung unserer Regionalgruppen und Übersetzerstammtische, Medienreaktionen, die Koordination mit den Schwester-Landesverbänden und dem Bundesverband sowie viele weitere – mal spannende und mal dröge – Themen „abgehakt“ werden.  Neues Corporate Design: BDÜ Mitgliedslogos vor und nach 2017

Die letzten zwei Jahre waren für mich aber besonders geprägt von einer grundlegenden Neugestaltung des Corporate Designs des BDÜ, die nicht nur eine große Abstimmungsarbeit nach sich zog, sondern auch viele Diskussionen um Regularien und Change Management, also „interne Widerstände überwinden und Bedenkenträger überzeugen“ , wie das im Corpspeak so schön heißt. In Hessen waren zum Beispiel viele traurig über den Abschied vom hessischen „Leo“, der jetzt nur noch in der internen Mitgliederzeitschrift erscheint. Nicht wenige Diskussionen führen musste ich auch rund um das Zentralisierungs-Thema „Aufgaben ’nach oben‘ an den Bundesverband weiterschieben, aber dabei bloß keine Entscheidungsgewalt abgeben“.

Im Rückblick muss ich daher sagen: Es war eine nicht unerhebliche, dafür aber unbezahlte* Zusatzbelastung zur Arbeit als freier Übersetzer. Sie war spannend, hat mir viele neue Einblicke gegeben, mich mit sehr interessanten Menschen zusammengebracht, mich aus meiner übersetzertypischen „Einsiedlerhöhle“ zu Konferenzen nach Hamburg und Fulda gebracht und mich daran erinnert, wie gerne ich doch im Team arbeite, sowohl als Hirte als auch als Schaf (oder Hütehund?).

Daher mein Appell an die Young Professionals unter euch: Ich war 5 Jahre im Beruf, bevor ich mich zur Wahl stellte. Wenn ich geahnt hätte, dass Verbandsarbeit auch wertvolle Kontakte und ungeahnte Einblicke in Best Practices und den Übersetzermarkt sowie politische Rahmenbedingungen für das Freiberuflerdasein mitbringt, hätte ich mich wohl eher getraut. Das Klima im BDÜ Hessen ist gerade sehr gut dafür, auch als Einsteiger Verantwortung zu übernehmen: Die „alte Riege“ wird zunehmend dünner, aber es sind noch genug von ihnen da, um wertvolles Wissen weiterzugeben, bevor man es sich in einigen Jahren neu erarbeiten müsste. Bringt euch jetzt ein!

Insbesondere suchen wir derzeit einen Nachfolger für unseren Referenten für Gerichtsdolmetscher, der vom derzeitigen Amtsinhaber sowohl einen Wissensschatz über den Umgang mit Juristen, als auch Kontakte zu den Entscheidungsträgern in Frankfurter Gerichten und Justizbehörden erben könnte. Idealerweise findet sich natürlich ein Nachfolger, der auch tatsächlich regelmäßig für die Justiz arbeitet oder arbeiten möchte und die Beziehungen unseres manchmal vernachlässigten – aber dank Migration immer unverzichtbareren – Berufsstandes zur Justiz verbessern möchte.

Meine Wenigkeit möchte – nachdem Corporate Design-Umstellung und Jubiläumsjahr vorbei sind – gerne eine Social Media-Redaktion aufbauen, die Verbandsnews, Seminartermine und wertvolle Informationen rund um Beruf und Verband einem breiteren Publikum bekannt macht, als dies über unsere vorwiegend internen Kanäle Newsletter und Hessen-Info möglich ist.

Interessiert?

Übrigens: In der Regel duzen wir uns unter Funktionsträgern, da wir alle freiwillig dabei sind und uns für gemeinsame Ziele engagieren. Niemand ist „zu unerfahren“, denn fast jeder von uns steigt als Neuling in die Verbandsarbeit ein, egal wie viele Jahre und Dienstjahre als Sprachmittler er oder sie auf dem Buckel hat.

In diesem Sinne: Hoffentlich auf weitere zwei Jahre im Dienste der Gemeinschaft der Sprachmittler und hoffentlich auch zusammen mit euch! Wir sehen uns am Samstag auf der JMV!

Euer
Christopher

Wir sind da echt committed. – Ihr seid was?

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Mir kamen kürzlich bei der Übersetzung eines Marketing-Textes von amerikanischem Englisch nach Deutsch das Adjektiv „committed“ und sein nominales Gegenstück „commitment“ unter. Und weil es sich um einen Text im Bereich IT-Marketing handelte, wollte sich der Kunde auch in der deutschen Fassung zu seiner Leistung „committen“ – geht ja auch gar nicht anders im Deutschen, oder? Und überhaupt: Selbst der Duden kennt das Commitment inzwischen. Ein Einblick in die übersetzerische Praxis: Unschlüssig sein – Nachfragen – Abwägen – Entscheiden.

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Was steht eigentlich in den Übersetzer-AGB drin? Teil 2: DeFrEnT

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Zweiter Artikel in der Mini-Reihe „Allgemeine Geschäftsbedingungen“. Während es in Teil 1 noch darum ging, was AGB eigentlich sind (und was nicht) und was ganz allgemein gesprochen in den AGB von Übersetzern geregelt wird, sehen wir uns heute an, für welche Regelungen DeFrEnT sich entschieden hat. Sozusagen eine laiensprachliche Erklärung unserer AGB.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, ich erläutere lediglich meine persönliche Interpretation geltenden Rechts. Um sich AGB schreiben zu lassen, sollte man ohnehin immer zum Anwalt gehen, denn Muster-AGB können böse Fallen enthalten und da sich die Rechtslage laufend ändern kann, sollte man zusätzlich ab und zu bei seinem Anwalt nachfragen, ob etwas geändert werden muss. Sagt jedenfalls meine Anwältin. 🙂

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Was steht eigentlich in den Übersetzer-AGB drin?

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Heute kommen wir auf das Thema Allgemeine Geschäftsbedingungen zu sprechen – natürlich anhand von DeFrEnTs eigenen AGB, aber wir werfen auch einen Blick auf die anderer Sprachdienstleister. Erster Hinweis: Da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen schon im Plural sind, heißt es nie „AGBs“, sondern immer nur „AGB“. Ein Genitiv-S ist ebenfalls nicht möglich, weder mit noch ohne „Deppenapostroph’s“.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, ich erläutere lediglich meine persönliche Interpretation geltenden Rechts. Um sich AGB schreiben zu lassen, sollte man ohnehin immer zum Anwalt gehen, denn Muster-AGB können böse Fallen enthalten und da sich die Rechtslage laufend ändern kann, sollte man zusätzlich ab und zu bei seinem Anwalt nachfragen, ob etwas geändert werden muss. Sagt jedenfalls meine Anwältin. 🙂

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Frohes Fest! – Bonnes fêtes! – Happy Holidays!

Allen meinen Kunden und Kollegen wünsche ich frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Genießt das Leben und sammelt viel Energie für ein erfolgreiches 2015!

À tous mes clients et collègues : Je vous souhaite des bonnes journées de fête et une bonne nouvelle année. Savourez la vie et regagnez de l’énergie pour un 2015 plein de succès !

I wish all my clients and colleagues happy holidays and a happy new year. Cherish life and gather lots of energy for a successful year 2015!

Christopher Köbel